Nephrologie, (Nieren- und Bluthochdruckerkrankungen),
Diabetologie, Diabetologische Schwerpunktpraxis, Diabetologische Fußambulanz

Praxis für Innere Medizin

97421 Schweinfurt – Ludwigstr.1a

Altbau Krankenhaus St. Josef
Dialyse 3. OG (via Nebeneingang)
Praxis: 4. OG (via alter Haupteingang)
Barrierefreier Zugang
Tel: 09721 209890
Fax: 09721 2098920

Dialyse

In unserem Dialysezentrum werden Patienten mit akutem und chronischem Nierenversagen behandelt. Dafür stehen alle gängigen Hämodialyseverfahren (Hämodialyse, Online-HDF) und Verfahren der Bauchfelldialyse  (CAPD, APD, IPD) zur Verfügung.

 

Die Hämodilayse führen wir auf 38 Behandlungsplätzen unter Verwendung modernster Geräte (5008 CorDiax der Fa. Fresenius) im Zentrum durch. Das Verfahren bieten wir auch als Heimverfahren (Heimhämodialyse) nach entsprechender Schulung der Patienten durch unser qualifiziertes Team an.

Als klassisches Heimverfahren bieten wir die Bauchfelldialyse an. Die Schulung der Patienten erfolgt ambulant in unserer Praxis, die Anlage des Bauchfelldialysekatheters kann im angeschlossenen Krankenhaus St. Josef vorgenommen werden.

Wenn Sie über die Verfahren mehr erfahren wollen, klicken Sie bitte die ensprechenden nachfolgenden Felder unten an.

Was ist Dialyse?

Unter Dialyse versteht man Blutreinigungsverfahren, mit denen die im Körperstoffwechsel anfallenden Giftstoffe und überschüssiges Wasser entfernt werden können, sowie das lebensnotwendige Gleichgewicht der Blutsalze wiederhergestellt werden kann. Es stehen prinzipiell zwei Verfahren zur Verfügung: Hämodialyse (Blutwäsche durch künstliche Niere), Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse). Beide Behandlungsarten können sowohl in unserem Dialysezentrum ambulant als auch – bei entsprechender Eignung des Patienten – zuhause als sogenanntes “Heimdialyseverfahren” durchgeführt werden. Weiterführende Informationen hierzu finden Sie unter: Heimdialyse Patienten e.V. .

Welche Funktionen der Nieren werden durch die Dialyse ersetzt?

Die Hauptaufgaben der Nieren sind die Reinigung des Blutes von im Körperstoffwechsel anfallenden Giftstoffen, überschüssigen Salzen und sauren Stoffwechselendprodukten sowie die Ausscheidung überflüssigen Wassers. Bei einer Funktionsbeeinträchtigung der Nieren kommt es zu einer langsamen Vergiftung und Überwässerung des Körpers. Dieser Vergiftungszustand wird als Urämie bezeichnet und äußert sich in einer Minderung der körperlichen Leistungsfähigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit bis hin zu Erbrechen und Wassereinlagerungen (Anschwellen der Beine und des Gesichts, Luftnot). Ein Überleben bei einem Funktionsverlust der Nieren ist langfristig nur durch eine Nierentransplantation oder eine Dialysebehandlung möglich. Da eine Nierentransplantation nur in seltenen Ausnahmefällen unmittelbar durchgeführt werden kann, wird bei einem völligen Nierenfunktionsverlust in der Regel zunächst immer eine Dialyse durchgeführt.

Wie funktioniert Dialyse?

Das Wirkprinzip beider Verfahren besteht darin, dass das Blut über eine Membran mit einer Dialysierflüssigkeit in Kontakt kommt, deren Poren nur für Wasser, Stoffwechselgifte und Blutsalze durchlässig sind. Durch ein Konzentrationsgefälle treten Stoffwechselgifte und überschüssige Blutsalze (wie Kalium) aus dem Blut durch die Poren der Membran hindurch in die Dialyseflüssigkeit über, gleichzeitig können in der Gegenrichtung erwünschte Blutsalze aus der Dialysierflüssigkeit ins Blut gelangen (Calcium, Bikarbonat).

Die Hämodialysebehandlung

dialyse15Bei der Blutwäschebehandlung (Hämodialyse) wird das Blut des Patienten mit Hilfe eines Dialysegerätes durch einen künstlichen Filter, den so genannten Dialysator (siehe Bild), gepumpt. In diesem Dialysator werden pro Minute ca. 200-350 ml Blut mit 500-800 ml Dialysierflüssigkeit in Kontakt gebracht. Während einer durchschnittlichen Dialysedauer von 4-6 h wird so das gesamte Blutvolumen des Patienten ca. 10x in dem Dialysator gewaschen. Damit diese Menge Blut für die Dialyse zur Verfügung steht, muss vor Beginn der Blutwäschebehandlung in einer kleinen Operation eine oberflächliche Vene an eine tieferliegende Arterie angeschlossen werden. Diese künstliche Kurzschlussverbindung zwischen Arterie und Vene wird Shunt genannt und speist die Shuntvene mit genügend Blut für die Dialysebehandlung.  Durch den höheren Blutfluss vergrößert sich im Laufe einer Reifezeit von 2-8 Woche der Durchmesser der Shuntvene, so dass diese leicht für die Blutentnahme und die Blutrückgabe punktabel ist. Der Dialyseshunt ist im wahrsten Sinne des Wortes die Lebensader eines Hämodialysepatienten, weil von seiner Funktionalität die Durchführbarkeit und Effektivität einer regelmäßigen Blutwäschebehandlung abhängt. Im günstigsten Fall sollte der operative Eingriff zur Shuntanlage 8-12 Wochen vor Einleitung der Blutwäschebehandlung erfolgen, damit der Dialyseshunt vor der Erstpunktion genügend Zeit zum Reifen hat; das Gefäß wird dabei kräftiger und dicker. Bei Patienten, bei denen aus medizinischen Gründen kein Shunt angelegt werden kann, erfolgt der Zugang zum Blutgefäßsystem über einen sogenannten Vorhofkatheter. Dieser kann im räumlich angeschlossenen Krankenhaus St.Josef angelegt werden.

Die Hämodilayse bieten wir als Behandlung im Zentrum, aber auch als als Heimverfahren (Heim-Hämodialyse) nach entsprechender Schulung an.

Die Peritonealdialysebehandlung

BauchfelldialyseBei der Bauchfelldialysebehandlung (Fachausdruck: Peritonealdialyse) benötigt man keinen künstlichen Filter, sondern nutzt die Filterfunktion des Bauchfelles aus. Das Verfahren ist ein klassisches Heimdialyseverfahren, das dem Patienten ein hohes Maß an Autonomie bietet, da er nicht an festgelegte Behandlungzeiten (wie bei einer Hämodialyse im Zentrum) gebunden ist (s.u.). Bei Patienten mit einem sogenanntem “Cardio-renalem-Ssyndrom”, d.h. der Kombination aus schwerer Herzschwäche und Nierenversagen, ist diese Methode Mitttel der ersten Wahl.

Das dünne Bauchfell ummantelt die Darmschlingen und kleidet die Bauchhöhle aus. Über einen in die Bauchwand fest eingenähten Katheter wird die Dialyseflüssigkeit aus einem Beutel in die Bauchhöhle eingelassen. Die Stoffwechselgifte strömen über das dünne Bauchfell aus den Blutgefäßen der Damschlingen und der Bauchwand in die Dialysierflüssigkeit. Bei der klassischen Form der Bauchfelldialysebehandlung werden 2-2,5 l Dialyseflüssigkeit in die Bauchhöhle eingebracht. Nach einer Verweildauer von ca. 6-8 h wird die mit Giftstoffen angereicherte Flüssigkeit durch eine frische Dialyseflüssigkeit ersetzt. In der Regel wird so viermal pro Tag die gesättigte Dialysierflüssigkeit gegen eine frische Lösung ausgetauscht (sog. Beutelwechsel). Dieses Bauchfelldialyseverfahren wird nach einer Trainingszeit von 1-2 Wochen durch den Patienten selbst täglich durchgeführt. Der Zeitaufwand für den Patienten liegt bei ca. 20 – 30 min pro Beutelwechsel.

Die Anlage des Bauchfelldialysekatheters kann im räumlich angeschlossenen Krankenhaus St.Josef durchgeführt werden.

Das Verfahren wird von uns in allen gängigen Varianten angeboten und betreut (CAPD, APD, IPD).