Nephrologie, (Nieren- und Bluthochdruckerkrankungen),
Diabetologie, Diabetologische Schwerpunktpraxis, Diabetologische Fußambulanz

Praxis für Innere Medizin

97421 Schweinfurt – Ludwigstr.1a

Altbau Krankenhaus St. Josef
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Transplantation

Nierenersatztherapie

Ein fortschreitendes chronisches Nierenversagen erfordert eine Form der Nierenersatztherapie wenn nur noch 10% oder weniger der Organfunktion erhalten sind. Zur Nierenersatztherapie zählt man die Blutwäsche (Hämodialyse), Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse) und Nierentransplantation. Jedes dieser Verfahren hat eigene Vor- und Nachteile. Die Auswahl des geeigneten Verfahrens muss im Einzelfall abhängig von den medizinischen Gegebenheiten mit dem Patienten abgestimmt werden. 

Verwandten-Lebendspende

Transplantationen von Nieren, die von Verwandten (oder Ehepartnern, Lebensgefährten) „lebend“ gespendet wurden, werden auch in Deutschland immer häufiger durchgeführt (Verwandten –Lebendspende). Sie helfen, die Organknappheit zu vermindern. Transplantate von Lebendspendern haben auch langfristig eine bessere Funktion, was sich vor allem aus der kurzen Unterbrechung der Blutversorgung (kurze „Ischämiezeit“) erklärt. Es sind weniger Abstoßungen zu verzeichnen. Voraussetzung für eine Verwandtenspende sind eine Blutgruppengleichheit von Spender und Empfänger, sowie natürlich eine völlige Freiwilligkeit der Spende.

Vorbereitende Untersuchungen

Es werden umfangreiche medizinische Untersuchungen durchgeführt, um sicherzustellen, dass ein Spender völlig gesund ist und keinen Nachteil durch die Spende einer Niere erleidet.  Nach Beginn der Dialysebehandlung wird, sofern der Patient grundsätzlich in Frage kommt, mit den vorbereitenden Untersuchungen für eine Transplantation begonnen. Hierzu zählen u.a. Röntgenaufnahmen von Brust- und Bauchraum, Ultraschall der Bauchorgane und evtl. Beckengefäße, urologische, neurologische, kardiologische (evtl. einschließlich Herzkatheteruntersuchung), zahnärztliche, hautärztliche und gynäkologische Untersuchungen. Hohes Alter, ein generell krankheitsbedingt schlechter Allgemeinzustand oder das Vorliegen einer bösartigen Erkrankung sind Gründe gegen eine Transplantation. Die vorbereitenden Untersuchungen sollen die Eignung eines Patienten für eine Transplantation belegen, sie sollen aber auch medizinische Hindernisse für eine Transplantation entdecken helfen. Insbesondere zählt dazu eine unentdeckte bösartige Erkrankung (Krebs), aber auch schwere Gefäßveränderungen im Beckenbereich, oder Blasenveränderungen. 

Transplantationszentrum - Operation

Sind die vorbereitenden Untersuchungen mit einem günstigen Ergebnis abgeschlossen worden, erfolgt schließlich die Vorstellung im Transplantationszentrum (in der Regel wohnortnah) zur ausführlichen Aufklärung und abschließenden Beurteilung der „Transplantabilität“. Vom Transplantationszentrum aus wird der Patient bei Eurotransplant in Leiden/Holland gemeldet und erhält von dort eine sogenannte „ET“ Nummer. Wichtig ist nun, dass der Patient für das Transplantationszentrum immer erreichbar ist, damit im Falle eines Organangebots alles schnell gehen kann. Die transplantierte Niere wird in einer meist 90minütigen Operation im Beckenbereich an die Blutgefäße angeschlossen, und der relativ kurze Harnleiter wird direkt in die Harnblase eingenäht. Die transplantierte Niere liegt in einer Muskeltasche im Unterbauch rechts oder links, oberhalb der Leiste. Die eigenen Nieren bleiben in der Regel unberührt von der Transplantation, d. h. sie werden nicht entfernt.

Komplikationen

Nach einer Nierentransplantation produzieren manche, aber nicht alle transplantierten Nieren sofort Urin. Nicht selten besteht als Komplikation eine akute Tubulusnekrose als Folge der Lagerung und des Transports des Spenderorgans, so dass ein akutes Nierenversagen entsteht. Dieses bessert sich meist nach wenigen Tagen. Die Trinkmenge muss der Urinausscheidung angepasst werden. 

Medikamente

Zur Verhinderung einer Abstoßung der transplantierten Niere werden regelmäßig und auf Dauer Medikamente eingenommen, die das körpereigene Abwehrsystem unterdrücken, z. B. Cortison, Cyclosporin A oder Tacrolimus, und Mykophenolat. 

Nachsorge

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus sollte jeder Transplantierte sich im Rahmen der Nachsorge selbst genau beobachten und Körpergewicht, Temperatur, Urinmenge sowie Blutdruck täglich protokollieren. Regelmäßige Kontrollen in der Ambulanz des Transplantationszentrums und beim Nephrologen sind notwendig, um Probleme wie z. B. eine Abstoßung frühzeitig zu erkennen.